Gespräche.

Wir waren am Wochenende auf einem Mittelaltermarkt – als Teilnehmer. Das Lager, bei dem wir mitgemacht haben, bestand aus acht Personen. So kam es, dass wir am Samstag alle zusammen am Tisch saßen und munter plauderten. Bis einer der Anwesenden anfing, über seinen Job im Rettungsdienst zu erzählen. Er war als Gast dabei, lagert sonst in einem anderen Lager. Von sozialen Brennpunkten, Familien mit vielen Kindern, Vernachlässigungen und schwangeren Frauen, die auf dem Weg zum Krankenhaus in den Wehenpausen die Kollegen angeflirtet haben. Als er sich dann darüber aufregte, wie unverantwortlich das wäre und wie dumm es sei, schon in dem Alter und in der Situatio Kinder in die Welt zu setzen, wurde es ruhiger. Zum Schluss sprach nur noch er.

Der Rest der Truppe: Meine wunderbare Trauzeugin, die sich schweren Herzens vom Thema Kinder verabschiedet hat, weil sie inzwischen ihre selbst gesteckte Altersgrenze überschritten hat, aber jeden Tag als Erzieherin mit Trauma-Ausbildung viele Kinder um sich hat. Die beste Freundin von ihr, die gerne Kinder hätte, es aber wegen fehlender Beziehung nicht möchte und es wohl dann auch bald zu ungelebten Träumen sortieren wird. Ein Paar, die einfach absolut zauberhaft sind und im letzten Jahr zwei Kinder am Anfang der Schwangerschaft verloren haben, weil sie starke Medikamente nehmen muss und es nicht richtig eingestellt werden konnte. Dazu wir. Der Liebste, der bereits eine Tochter hat und ich. Mein Kinderwunsch verstärkt sich auf solchen Märkten immer noch viel mehr.

Bingo. Bis die Stimmung wieder auf normalem Niveau war, hat es gedauert. Der Schmerz der Personen war im Grunde in der Luft fühlbar. Jedes Kind, was in unser Lager stolperte oder dran vorbei lief, wurde anders betrachtet. Ich liebe diese Menschen über alles. Und wünsche ihnen so sehr, dass es doch noch klappt. Auf welchem Wege auch immer.

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2 Kommentare to “Gespräche.”

  1. Dein Freund hat schon eine Tochter? Habe ich das sonst vorher überlesen oder hast du da noch nie drüber geschrieben? Wie geht es dir damit? Siehst du sie oft?
    Ist es schwer für dich, dass er schon ein Kind hat? Ich will nicht zu neugierig erscheinen, du musst nicht antworten. Hat mich jetzt einfach nur überrascht. 😉

    • Ich glaube, ich habe es irgendwo in einem Nebensatz erwähnt, aber nie zum Thema gemacht, um ein bisschen Anonymität zumindest am Anfang zu haben. Die Kleine wird bald vier und ich wusste gleich am Anfang davon. Es ist – wie sage ich das? – okay. Sozusagen. Sie war schließlich vor mir da. Gesehen habe ich sie bisher nicht oft, sie kennt mich aber von Fotos und weiß, dass ich zu ihrem Papa gehöre. Er sieht sie momentan gar nicht. Durch die Entfernung ist es finanziell für ihn nicht möglich. Für mich war schon immer klar: Sie darf uns immer besuchen, wenn sie möchte. Hier ist immer ein offenes Ohr für sie und ihren Papa darf sie so oft besuchen, wie es eben geht. Aber das wird wohl erst dann sein, wenn sie größer ist. Es ist eigentlich nur in dem Punkt schwer, dass bei uns erst dann los gehen kann, wenn mit den Unterhaltszahlungen alles geklärt und beglichen ist. Ansonsten – sie gehört einfach dazu.

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