November 4, 2013

Meerverliebt. #Meerparade

Über den Beitrag „Nebenan“ auf dem Blog Frische Brise bin ich auf die Blogparade „Mein Text zum Meer“ vom Jazzblog gestoßen. Über das Meer habe ich hier schon zwei Mal geschrieben. „Das Meer. Mein Meer.“ und „Los, raus! Das Meer ist aufgewacht!„. Trotzdem kann ich es nicht lassen, noch ein paar Worte zu finden.

Meerverliebt. Das ist wohl der Begriff, der mich am besten beschreibt. Wenn man meerverliebt ist, muss man auch sturmerprobt sein. Oder genau das lernen. Das Meer ist ab und an wie die Liebe – lange Zeit ruhig und gemütlich, aber manchmal ohne Vorwarnung höchst gefährlich. Berechenbar ist nichts. Und genau das liebe ich. Das Meer sieht immer anders aus, ist jedes Mal etwas verändert. Die Schaumkronen, die bei Sturm über den Deich kriechen. Das Watt, was immer dann gerade zu sehen ist, wenn man Besuchern das Meer zeigen möchte. Das Strandgut, was nach einer Sturmflut die Wasserlinie am Deich zeichnet…

Beim Sturm auf dem Deich stehen. Sich kaum auf den Beinen halten können. Der wind lässt die Augen Tränen. Die Lippen schmecken nach kurzer Zeit salzig. Die Haare sind vollkommen verwuschelt. Die Kleidung flattert laut. Es rauscht in den Ohren. Die Stimme kommt nicht über die Lautstärke des Meeres. Dann schlägt mein Herz besonders schnell. Ein Lächeln im Gesicht. Meerverliebt.

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November 1, 2013

Oktober 2013.

Worüber habe ich mich gefreut?
+ Hochzeitsfotos (wer ein bisschen schauen möchte: Hier und hier habe ich ein paar Bilder gepostet.)
+ fünf Tage Mittelalter mit zauberhaften Menschen
+ toller Urlaub mit dem Liebsten
+ wunderbare Menschen im Urlaub getroffen
+ drei verschiedene Schwimmbäder ausprobiert und entspannt
+ Besuch im mittelalterlichen Restaurant
+ die Rückbank ist wieder komplett funktionstüchtig
+ mich durchgerungen, mir einen 3DS zu kaufen
+ einen Monat verheiratet ❤
+ Gasrückerstattung von 234 €
+ wir bekommen eine zweite Katze

Worüber habe ich mich geärgert?
+ zickige Menschen, die Panik verbreiten müssen
+ Nagel im Reifen
+ so anstrengende Bereitschaftswoche, wegen blöder Fehler von Kollegen
+ Stromabrechnung von der alten Wohnung, wo wir plötzlich 190€ Strafzahlung leisten sollten. (Ist jetzt geklärt, wir bekommen noch 70€ zurück.)

Weswegen war ich traurig?
+ Urlaub vorbei
+ als der neue Zyklus sich bemerkbar machte

Was habe ich gebastelt/genäht/gekocht/gebacken?
+ angefangen mit dem Adventskalender von LIDL
+ normale Brötchen und Mini-Schokobrötchen – woah, waren die lecker
+ Mumienwürstchen

Für September habe ich keinen Rückblick – das ist mir aber erst jetzt aufgefallen. Es war einfach viel zu viel los.

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Oktober 30, 2013

Schmetterlingseffekt.

Das mit den Berührungen ist so eine Sache. Ich kann das nicht. Oder nicht immer. Muss aber. Und das musste ich lernen.

Als sich mein Freundeskreis außerhalb der Schule aufbaute, war es einfachf so üblich, jeden zur Begrüßung und zur Verabschiedung zu umarmen. Ganz kurz, machmal auch etwas länger – kam ganz drauf an. Das war für mich anfangs sehr schwer. Wenn es gar nicht ging, wussten aber zum Glück alle Bescheid. Ich brauchte nur kurz ein Handzeichen machen und es war auch ohne Umarmung alles gesagt.

Diese Art der Begrüßung mag ich inzwischen sehr. Meine Schwiegereltern machen das auch, wenn wir sie sehen. Es ist einfach viel herzlicher, als alles andere. Ich kannte das einfach nicht. Bei uns in der Familie wird das nicht so gemacht. Maximal die Hand geschüttelt.

Beim Abteilungswechsel Anfang des Jahres änderten sich auch die Rituale. Wurde in der alten Abteilung maximal eine Begrüßung gemurmelt, wird hier das Händeschütteln morgens und nachmittags praktiziert. Generell habe ich da kein Problem mit. Aber am Anfang war für mich wieder eine sehr große Überwindung da.

Ich achte stets und ständig darauf, niemanden zu berühren. Beim Einkaufen in der Schlange, bei der Fahrt im ÖPNV, wenn ich mich hinsetze, wenn ich bezahle, wenn ich irgendwo durchlaufen muss. Manchmal geht es nicht anders. Manchmal wird es schnell zu viel. Wie bei einem Schmetterling, wenn man die Flügel berührt. Ab und zu bin ich Schmetterling. Ab und zu Fledermaus. Dann macht mir das alles nichts aus.

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Oktober 25, 2013

Wahre Worte.

Mein Kollege sagte heute: „Man sollte nie auf den perfekten Zeitpunkt für Kinder warten. Den gibt es nicht. Sie suchen ihn sich aus.“

Das schrieb ich gestern bei Twitter. Mein Kollege und ich haben uns während wir warten mussten ein wenig unterhalten. Ich sagte dann, einfach so, dass wir vielleicht nicht noch fünf Jahre warten sollten mit dem Kindergedanken, wenn das so stressig auf der Arbeit weiter gehe. Daraufhin kam seine Aussage. Sie hatten schon mit dem Kinderwunsch abgeschlossen und ein Haus gekauft, als seine Frau dann doch schwanger wurde. Hier bei der Arbeit habe ich auf jede Frage nach dem Thema Kinder immer geantwortet, wir würden damit schon noch ein paar Jahre warten. Weil ich nicht jetzt schon auf dem Abstellgleis stehen möchte, sondern voll dabei sein. Trotzdem haben mich seine Worte sehr glücklich gemacht – wenn es dann wirklich schon bald klappen sollte, würde er sich freuen. Da bin ich mir sicher. Und wenn man mit Kollegen über solche privaten Themen sprechen kann, sie sogar von sich aus erzählen – dann ist man wohl komplett in der Abteilung angekommen. Das ist schön. So schön.

Oktober 24, 2013

So richtig.

Wir sind morgen genau 6 Wochen verheiratet. Und was soll ich sagen? Es ist absolut wundervoll. Wenn ich vom Liebsten spreche, muss ich bei jedem „mein Mann“ schmunzeln. Nach außen hin. Innen in mir ist jedes Mal ein wenig Party. Er ist mein Mann! Ich bin seine Frau! Das ist so toll. So verdammt toll.

Wir haben inzwischen fast alle Fotos und ich liebe es, die Bilder anzuschauen. Oft sitze ich dann davor und muss ein, zwei Tränchen wegblinzeln. Was ich mit den Bildern anstellen möchte, weiß ich noch nicht so recht. Unsere Großeltern und Eltern sollen zu Weihnachten Fotoalben bekommen. Richtige, mit eingeklebten Bildern. Also werde ich mich bald ans Bilder aussuchen machen und wenn wir die Fotos in besserer Qualität haben, bestellen. Sortieren. Einkleben. Heulen. Knutschen. Glücklich sein. Mit ihm.

Wir sind jetzt eine Familie. So richtig.

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September 26, 2013

Hochzeitsfeier.

Wir fuhren zu fünft mit wenig Platz in unserem Skoda Fabia auf den Parkplatz vor dem Vereinsheim. Alle Gäste standen im Halbkreis vor der Tür und warteten. Es sah absolut toll aus. Alles so wunderbar in schwarz rot! Ich bin wirklich froh, dass wir uns da von Niemandem reinreden lassen haben. Das hat die Feier wirklich perfekt und zu unserer Feier gemacht. Meine Traumzeugin stellte sich vor meine Autotür, bis der Liebste kam und sie öffnete. Etwas blass um die Nase, aber absolut umwerfend hübsch sah er aus. Sein Anzug ist der Hammer und passt so toll zu meinem Kleid.

Dort standen wir jetzt und waren etwas unschlüssig wie es weiter geht. Alles starrte uns an und wartete. Dann kamen die Gäste zu uns und gratulierten mir noch, dem Liebsten hatten sie schon vorher gratuliert. Er hielt sich wacker und wir gingen mit der ganzen Gesellschaft in den Saal. Ein paar Gäste fehlten, unter anderem unsere Fotografen. Handyempfang gibt es dort nur außerhalb des Gebäudes, also gaben wir die Getränke frei und ich versuchte, die fehlenden Gäste zum Ort der Feier zu lotsen. Meine Traumzeugin bereitete währenddessen unsere alternative Trauung vor.

Das war der absolute Oberhammer. Sie hat es einfach wundervoll gemacht. Traumhaft. Es war so passend – was Schöneres hätte ich mir nicht vorstellen können.

Da es meinem Mann so ganz und gar nicht gut ging, haben unsere Freunde alles, was sie geplant haben, vorgezogen. Wir haben nach der Rede draußen Gruppenbilder gemacht, ein paar Fotos gibt es noch von mir, wie er sich auf mir abstützt. Dann sind wir zurück rein, es gab endlich Buffet! Mir grummelte auch ein wenig der Magen, also habe ich nur ganz bisschen probiert. Aber es war einfach so lecker! Mein Vater hielt noch eine Rede (mit der Bobbycar-Story, die ich vielleicht irgendwann noch mal erzähle) und musste sich am Schluss ein paar Tränen verkneifen. Meine Schwester und die Schwester des Liebsten haben mit unseren Freunden eine wunderbare Hochzeitszeitung erstellt. Als ich sie am Tag nach der Hochzeit dann in Ruhe gelesen habe, war ich teilwese wirklich den Tränen nah. So schön!

Als wir dann das Dessert-Buffet – Oreo-Cheesecake, Kalter Hund und Apfeltiramisu in kleinen Gläschen – eröffnen wollten, wurde plötzlich das komplette Licht ausgeschaltet. Ich hörte aus der Küche Wunderkerzen britzeln. Unter aufgeregten Ohhhs und Ahhhs spazierte meine Schwester mit einem Eis-Tablett zu uns. Darauf war ein kleiner grüner Drache aus Eis, der Feuer spuckte! Aww! So süß! Er sollte eigentlich ungefähr eine Stunde stehen, bis wir ihn anschneiden durften, aber er schmilzte schon etwas früher und lies die Flügel hängen. Dieses kleine Kerlchen war so großartig. ❤ Beim Anschneiden hielt ich ihm dann die Augen zu… Für die Nachtische habe ich noch sehr viel Lob bekommen – es hat allen wirklich gut geschmeckt. Das war die Arbeit dann auch wert.

Unsere Fotografen (die übrigens auch mit unsere besten Freunde sind!) haben zwei kleine Bäume besorgt, an die die Gäste Schmetterlinge mit Botschaften an uns hängen konnten. Daneben hatte meine Schwägerin einen Baum auf eine Leinwand gemalt, auf der die Gäste Fingerabdrücke hinterlassen konnte. Sie hat später noch den Baum etwas aufgefüllt und viele Blätter dazu gemacht. Auf dem Baum sitzen zwei Vögel, die ein bisschen wie Twittervögel aussehen. Das Bild soll definitiv an die Wand bei uns. Es gab auch noch zwei Gästebücher – die müssen aber wohl noch in einer der Kisten sein, die ich bisher noch nicht ausgepackt habe. Meine Mutter hat mir zu späterer Stunde einen Ordner mit Rezepten überreicht – jeder Gast, der wollte, hat uns sein Lieblingsrezept aufgeschrieben! So eine tolle Erinnerung. Die Oma des Liebsten sogar mit einem Gericht, was er bei ihr so gerne gegessen hat.

Nach dem Essen haben wir dann die Fotobox eingeweiht – die Bilder sind der Knaller! Mal sehen, was wir damit anstellen. Vielleicht lege ich dann entsprechende Abzüge zu den Danksagungen. Mein Mann war so kaputt, dass ihn sein Theo nach Hause gefahren hat – zum Glück war er überhaupt mit und konnte einen Teil der Feier miterleben! Zwischenzeitlich sah es ja gar nicht danach aus.

Überall waren inzwischen Gespräche am Laufen, es wurde geschnattert und Fotos gemacht. Familie und Freunde vermischten sich. Als die anfänglichen Hemmungen überwunden waren, hat sogar meine Oma mit den bösen Grufties gesprochen. Da alle schwarz-rot trugen, waren wir nicht Außenseiter von Beginn an. Ich habe später zusammen mit ein paar anderen die Laternen und Grablichter für draußen angezündet und verteilt. Dann konnte sogar das nervige Außenlicht ausbleiben. Das hat den ganzen Vorplatz erhellt. Normalerweise funktioniert das auch mit Bewegungsmelder, die waren zum Glück kaputt. Mit den Grablichtern und den Latern war es unglaublich gemütlich draußen. Man ist dort weit weg von allem, hat freien Blick auf den Deich und in einiger Entfernung leuchten regelmäßig die Warnlichter der Windkraftanlagen. Das Wetter war ein Traum. Es war den ganzen Abend trocken und auch nicht zu kalt – man konnte also prima draußen sitzen und sich unterhalten.

Dafür wurde es drinnen immer wärmer. Viele Menschen, Kerzen… Uff. Das Problem war eigentlich, dass der Tisch mit den Großeltern sich ständig beschwert hat, wenn die Fenster oder die Tür offen waren. Sie wollten uns aber unbedingt tanzen sehen. Für’s tanzen war es uns allerdings zu warm. Ein Teufelskreis. Irgendwann habe ich dann den DJs ein Zeichen gegeben und sie haben die Musik aufgedreht. Nach zwei Liedern war der älteste Tisch quasi leer. Hihi, Plan aufgegangen. Nur die Eltern meines Vaters sind noch etwas länger geblieben. Oma war so unglaublich begeistert und hat sich so sehr gefreut. Sie erzählt inzwischen jedes Mal, wie toll es doch war.

Ich tanzte stundenlang. Immer unterbrochen vom hastigen Glas Cola runterstürzen. Mir war so warm. Den Bolero hatte ich längst ausgezogen. Wenn die Playlist aus den Songs besteht, die man sich gewünscht hat, dann passiert das halt. Die Locken waren ebenfalls rausgetanzt, aber der Rest der Frisur saß noch. Es war so toll, die ganzen Lieblingslieder laut zu hören. Bei etwas normaleren Liedern tanzte dann auch die Familie mit. Es war wundervoll.

Zwischendrin habe ich am Rande von ein paar Gnatschigkeiten zwischen Freunde gehört, aber ich hatte überhaupt keine Zeit mich darum zu kümmern. Wollte es ehrlich gesagt auch nicht. Das war unser Tag. Wir waren einfach mal die Hauptpersonen. Ich hasse es sonst wie die Pest, im Mittelpunkt zu stehen – Freitag war das toll. Ich habe mich so wohl gefühlt in meinem Kleid und mit dem Ring am meinem Finger und meinem Mann neben mir. Hach.

Eigentlich wollte ich um Mitternacht noch den Kuchen anschneiden. Nun ja. 12:15 Uhr ist es dann geworden. Es gab umgewandelten Papagaien-Kuchen in Rot-Dunkel. Mit roter Grütze-Pulver und Kakao. Oben auf dem Kuchen sollte eigentlich eine zweite Etage sein – der kleine Kuchen ist mir nur leider beim Wenden durchgebrochen. Nach einem kurzen Panikanfall habe ich mit einem Fledermausausstecher Kuchenstücke ausgestochen und mit rotem Zuckerguss auf dem Kuchen festgeklebt. Dann den Rest des Zuckergusses über die Kuchen gekleckst. Nomnomnom.

Es war genau die Feier, die ich mir gewünscht hatte – nur hätte ich gerne bis spät mit meinem Mann getanzt.

Vielen Dank an alle Gäste, die dabei waren ❤
Nur mit und dank euch ist das so wunderbar geworden!

(Und jetzt werfe ich alle Hochzeitsblog aus meinem Feedreader und widme mich der Weihnachtsgeschenkezeit, oder so. Fotos zeige ich noch, wenn ich welche habe.)

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September 19, 2013

Standesamt.

Um sechs klingelte endlich der Wecker. Wach war ich schon länger. Bis viertel nach hielt ich es noch aus, dann schlich ich mich in die Küche. Noch niemand dort. Hmpf. Einen Augenblick zurück und meine Duschsachen zusammen gesucht. Langsam regte sich der Rest. Ich hüpfte unter die Dusche und dann wurde gefrühstückt. Meine Haare stöhten schon jetzt leise. Trocken geföhnt – Locken gezaubert! Das dauerte dann auch so seine Zeit. Ich twitterte ein wenig, bekam Nachrichten vom Liebsten, dem es gar nicht gut ging. Da dachten wir noch, es wäre die Aufregung.

Nach meinen Haaren folgte das Make-Up und das Kleid. Als meine Schuhe geschnürt waren, konnte ich nicht mehr still sitzen und packte meine Tasche, räumte Dinge ins Auto und quatschte die anderen voll. Zum Glück fuhr das schwarze Brautauto bald los.

Vor dem Standesamt stand mein Liebster. Etwas blasser als sonst. Er gab mir den wunderschönen Brautstrauß und setzte sich noch kurz. Mit versammelter Manschaft ging es ins Rathaus. Die Standesbeamtin lotste uns ins Trauzimmer und bis alle auf den richtigen Stühlen saßen, dauerte es wieder in paar Minuten.

Über die Trauung an sich gab es im Nachhinein verschiedene Meinungen. Die Standesbeamtin sagte am Anfang, sie würde es nicht so bürokratisch machen wollen. Naja. Geht so. Dafür betonte sich mehrfach, wie schwer es doch sei, so eine Ehe aufrecht zu halten und wie anstrengend das doch alles ist. Möchte man an so einem Tag auch hören. Außerdem fragte sie wieder nach der kirchlichen Trauung, obwohl wir ihr das deutlich gesagt habe, dass es keine gibt. Immerhin hat sie noch ein hübsches Gedicht am Ende vorgelesen.

Während die Gratulationen der Familie begannen, raunte mir mein Ehemann zu, er müsse dringend raus, ihm sei so schlecht. Hmz. Ich blieb noch ein wenig bis alle ihre guten Wünsche losgeworden sind. Dann ging es vor das Standesamt und bei Sonnenschein gab es Sekt und Laugengebäck. Ein paar Bekannte waren noch aufgetaucht und gratulierten. Es gab zum Glück keine Aktionen von Kollegen oder Vereien. Der Liebste trank einen Becher Orangensaft und bekam die erste Runde an Medikamenten. Er fuhr recht schnell mit seiner Traumzeugin zu ins in die Wohnung und legte sich hin.

Der Rest blieb noch eine Viertelstunde, machte Fotos, bewunderte meinen Brautstrauß und genoss das Wetter. Wir waren in Weddingstedt bei einige Tropfen losgefahren – pünktlich zum Ja-Wort fing die Sonne an zu scheinen.

Die Häfte der Gäste fuhr mit zu meinen Eltern, dort wurde Spargelsuppe gegessen. Die Traumzeugin und mein „Gefolge“ machten sich auf den Weg in unsere Wohnung. Da wurde dann das Make-Up und die Haare neu gezaubert. Gleichzeitig schaute ich immer wieder nach meinem Mann, legte ihm ein nasses Tuch auf die Stirn und beobachtete, wie der Rest ihn mit Medikamenten zudröhnte. Die Fotosession am Deich haben wir ausfallen lassen. Gegen viertel nach Vier wurde ich hektisch ins Wohnzimmer gebracht, damit ich mein Kleid anziehen konnte. Da durfte ich auch erstmal nicht mehr raus. Dem Liebsten ging es besser und er machte sich mit Hilfe von seiner Trauzeugin sehr schnell hübsch. Kurz darauf waren sie auch schon auf dem Weg zur Feier.

Da saß ich dann, alleine im Wohnzimmer und mir wurde das erste Mal so richtig bewusst, dass ich jetzt seine Frau bin. Ganz und gar.

Meine Schwester kam, sammelte uns ein und wir fuhren zur Feier…

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September 18, 2013

Polterabend.

Geladen war zu um 18 Uhr, die meisten Gäste trudelten zwischen 18 und 19 Uhr sein. Fabians Arbeitskollegen waren die ersten und ließen es krachen. Gepoltert wurde zwischen dem Haus und der Garage, im überdachten Gang. Wie sehr das schepperte, muss ich hier nicht erwähnen, oder? Alle Gäste mussten hier durch – reinschleichen ging also nicht. Wir bekamen schon an diesem Abend tolle Geschenke. Vom Schulkollegen des Liebsten gab es einen Korb mit verschiedenen selbstgemachten Lebensmitteln – Pflaumenwein, Chutney, Marmelade – sehr lecker. Von unseren allerbesten Fotografen wurden wir mit zwei Regenschirmen ausgestattet – in Herzform! Damit wurden später noch einige Fotos gemacht.

Mit unseren Tabletts mit Kurzen wanderten wir immer wieder durch die Gästeschar und mussten natürlich mit jedem mehrfach anstoßen. Meine Großeltern waren auch anwesend, sie unterhielten sich viel mit den Eltern des Liebsten. Warum es Flensburger Bier gab, obwohl wir in Dithmarschen feiern? Weil der Liebste aus Flensburg zu mir gezogen ist.

Es gab Würstchen vom Grill mit selbstgemachtem Kartoffelsalat, Nudelsalat und Kräuterbaguette. Ich hatte den ganzen Tag kaum was gegessen und war sehr froh, als dann etwas im Magen war und der Alkohol nicht so durchknallte.

Gegen zehn mussten wir das erste Mal fegen. Mein Ohren klingelten schon nach wenigen Minuten. Ungefähr zehn Minuten haben wir gefegt, in den Eimer gefüllt, die Mülltonne rangeholt, wieder zusammen gefegt, Stücke in die Mülltonne geworfen, gefegt, den Besen gesucht, die Schaufel gesucht, wieder gefegt. Dann war die Mülltonne weg. Und tauchte etwas später komplett mit Packetklebeband versehen wieder auf.

Also verschoben wir das auf später und zogen uns zurück an den Teich. Dort wurden wir nicht lange allein gelassen. Einer meiner Kollegen wollte unbedingt einen Flensburger-Polterabends-Brauch vollziehen. Dazu wird die Hose des Bräutigams verbrannt und mit einer Flasche Korn vergraben. Außerdem werden die Schuhe der Braut an den Schuppen genagelt. Aus verschiedenen Gründen wurden nach einigen Diskussionen meine Schuhe verbrannt und mit einer Flasche Korn verbuddelt. Am 11. September 2014 wird diese dann ausgegraben und getrunken. Prost!

Danach leerte sich unser Garten etwas. Die Gäste von weiter weg machten sich langsam auf den Heimweg. Wir fegten erneut und konnten die Scherben wirklich in die Mülltonne werfen. Zum Schluss saßen wir mit zehn Leuten auf der Terrasse und planten die nächsten Tage. Unsere beste Fotografin war auch Pompom-Meisterin und verteilte kurzerhand an alle Anwesenden noch nicht aufgefluffte Pompoms. Betrunken die Dinger fluffen klappt voll gut.

Gegen eins wurden noch die Getränke soweit in die Garage geräumt und wir nach Hause gebracht. Dort zeigten wir noch unsere Wohnung und vielen dann sehr kaputt ins Bett.

Schön war es!

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September 18, 2013

Vorbereitungen.

Letzte Woche begann für uns die Hochzeitszeit so richtig. Sonntag bekam ich die Schlüssel für das Vereinsheim. Montag war mein letzter Arbeitstag und ich bastelte bis spät in die Nacht Fledermäuse für den Brautstrauß. Am Dienstag sind wir das erste Mal im Vereinsheim gewesen und haben die Tische so gestellt, wie wir es haben wollten und die ersten Rollen Tischpapier verbraucht. Grunddeko und die ersten von vielen Kerzen wanderten schon auf die Tische. Von dort packten wir noch 4 Stehtische ein und brachten sie zu meinen Eltern. Am Mittwoch sollte dort der Polterabend statt finden – dafür habe wir die Garage mit zwei Bierzelt-Garnituren versehen und Lichterschläuche aufgehängt. Tische wurden ein wenig dekoriert – es war schnell so, wie es geplant war.

Am Mittwoch dann den Liebsten zur Schule gefahren, einen Monstereinkauf ohne Kaffee bzw Frühstück gemacht und mit dem Dessert begonnen. Es wurden 46 Gläschen mit kaltem Hund, 32 mit Oreo-Cheesecake und noch mal 27 kleine Oreo-Cheesecakes, die ich mit Mini-Oreo als Boden in Mini-Muffinförmchen gebacken habe. Danach den Liebsten abgeholt und das Dessert zum Vereinsheim gebracht.

Gegen fünf waren wir dann bei meinen Eltern – verteilen Getränke und warteten dann auf die Gäste. Für den Polterabend, der nun folgte, gibt es einen eigenen Eintrag. An dem Abend brachten unsere Fotografen noch den Hintergrund für die Fotobox mit und lagerten ihn zusammen mit Riesenkartons Pompoms im Vereinsheim.

Am nächsten Tag holte uns mein Vater gegen elf ab – da hatte ich schon mit den Vorbereitungen für das Apfeltiramisu begonnen. Zurück zu meinen Eltern und aufgeräumt. Viel war zum Glück nicht mehr zu tun, wir hatten nachts noch die Flaschen alle in die Garage geräumt. Zwei Kisten Leergut weggebracht und die restlichen Kisten ins Vereinsheim. Apfeltiramisu-Zeit. Während ich den Kuchen gebacken habe, zauberte ich 40 Gläschen Apfeltraum fertig. Oben drauf kamen ein paar Zuckerstreuselfledermäuse. Alle eingepackt, Restdeko ins Auto verfrachtet und los ging es zum Vereinsheim. Dort warteten Traumzeugin und ihr Freund schon auf uns. Es gab viel zu tun. Die restlichen Tische wurden mit Tischpapier verschönert. Mehr Kerzen schmückten die Tische und die Fensterbänke. Die Fotoecke nahm Gestalt an. Pompoms hingen von den Decke. Sektgläser standen bereit. Der Met wurde aufgereiht. Luftballons aufgepustet. Fledermausgirlanden aufgehängt. Der Geschenketisch dekoriert. Fledermäuse an die Säulen geklebt. Zwischendrin fuhr ich zur Wohnung, zauberte aus einem durchgebrochenen Kuchen mit Ausstechförmchen Fledermäuse und klebte sie mit rotem Zuckerguss auf den Kuchen. Den Rest Zuckerguss über den Kuchen gekleckst. Das sah so viel besser aus. Damit und mit dem Kompressor zurück zum Vereinsheim. Die Traumzeugin verabschiedet, die die Kleider abholen fuhr und bei sich auf mich wartete. Der Liebste und ich beseitigten die letzten Kleinigkeiten und dann wurde er auch abgeholt, um den Abend mit seiner Trauzeugin und einem Freund bei uns zu verbringen. Skylander spielen und Nägel lackieren…

Bis die DJs mit Aufbau, Soundcheck und Absprachen fertig waren, verging auch noch etwas Zeit. Um viertel nach zehn trennten wir uns vor dem Heim und ich sammelte Zuhause noch schnell die Dinge ein, die ich für den nächsten Tag brauchen würde. Mein Vater holte mich ab und fuhr mich zur Traumzeugin. Dort wurde noch fleißig Haarschmuck und Autoschleifen gebastelt. Es gab Pizza und ich kam langsam runter. Alles was jetzt nicht fertig war, war halt so. Gegen eins schlief ich ein…

September 4, 2013

Umzug #3.

Es ist vollbracht. Vor einer Woche bekamen wir die Schlüssel. Und dann ging es richtig los. Die ersten Autoladungen wurden gefahren und am Samstag waren dann vier Freunde helfen. Es hat wunderbar geklappt und ich bin ihnen so dankbar für ihre Hilfe.

Gestern haben wir fleißig Schränke und Regale aufgebaut, da Montag wenig Zeit war. Damit geht es den Rest der Woche noch weiter, Samstag soll es möglichst vorzeigbar aussehen.

Die Wohnungsübergabe am Montag hat auch relativ problemlos geklappt. Wir hatten am Sonntag die Wohnung fleißig geputzt und einige Stellen übergestrichen. Der Rasen war auch kein Thema. Der Typ von der Wohnungsgenossenschaft find übergenau mit dem Herd an, hatte aber schnell keine Lust mehr und füllte alle Punkte auf seiner Liste mit „in Ordnung“ aus. Phew. Glück gehabt. Da wir zum 1.09. ausgezogen sind, kann ich auch die Genossenschaftsanteile bis Ende September noch kündigen. Das Geld gibt es im Juni zurück.

Das Kapitel wäre damit nun fast abgeschlossen – ich muss nur noch auf die Abschlussrechnungen warten. Mal sehen, wann das alles erledigt ist.

Nach den ersten vier Nächten in der neuen Wohnung kann ich schon sagen, dass ich mich jetzt bereits wohler fühle als die ganze Zeit in der alten Wohnung. Hach.

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